Rückblick auf den „Umweltcluster Leuchtturm 2015“

22.09.2015 | FIBALON Polymerfaserfilter für kristallklares Wasser

Das Projekt „FIBALON Polymerfaserfilter für kristallklares Wasser“ wurde auf der Süd- und Ostbayerischen Wassertagung 2015 mit dem „Umweltcluster Leuchtturm 2015“ ausgezeichnet. Entwicklungsbeginn war im Dezember 2010, Beginn der Testphase Juni 2011 und die Markteinführung im Januar 2012. Mittlerweile wird der Filter weltweit vertrieben – Zeit für ein kurzes Fazit und einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des bayerischen Leuchtturmprojekts 2015.

 

Umweltcluster Bayern: Hat der „Leuchtturm 2015“ einen guten Platz bei FIBALON in Neumarkt in der Oberpfalz bekommen? Wie war die bisherige Resonanz auf die Auszeichnung mit dem Umweltcluster Leuchtturm 2015?

 

FIBALON e.K., Herr Andreas Richter: Der Leuchtturm verziert unseren neu gestalteten Besprechungsraum im Hause. Da es ein nicht ganz alltäglicher Gegenstand ist, werden wir oft von unseren Besuchern und Geschäftspartnern darauf angesprochen. Auch unsere ausländischen Kunden fragen häufig nach Details zu dieser Auszeichnung, welche uns zweifelsohne beim Marken- und Imageaufbau unterstützt hat. Der Leuchtturm unterstreicht unsere innovative Ausrichtung und spiegelt unsere relativ hohen Ausgaben in Forschung und Entwicklung wider.

 

Umweltcluster Bayern: Die Entwicklung wurde durch die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm wissenschaftlich begleitet. Was waren die Herausforderungen bei der Produktentwicklung aus wissenschaftlicher Sicht? Ist eine weitere Kooperation bezüglich einer Weiterentwicklung des Filters oder der Entwicklung neuer FIBALON Produkte angedacht? Haben Sie als Partner auch von der Auszeichnung Leuchtturm 2015 profitiert?

 

Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Prof. Dr. Eberhard Aust:

Für die Entwicklung des Filters war zunächst nicht ganz klar, welche Hauptanwendung im Fokus stehen sollte. Dass die ersten Versuche gleich so gute Ergebnisse lieferten, überraschte uns alle. Daneben interessierte uns vor allem der theoretische Hintergrund und was der Mechanismus der Partikelabtrennung ist. Das ist zwar für den Anwender weniger bedeutsam, kann aber für die Weiterentwicklung des Filtersystems von großer Bedeutung sein. Nur wer bei der Forschung und Entwicklung seiner Produkte einen Wissensvorsprung besitzt, wird diesen auf dem Markt langfristig halten und sichern können. Für die Hochschule und die Arbeitsgruppe war die Prämierung mit dem Leuchtturmprojekt eine schöne Bestätigung für die geleistete Arbeit.   

 

Umweltcluster Bayern: Die Entwicklung einer Materialkombination aus recyclebaren und nach ÖKO-TEX Standard 100 zertifizierten Polymerfasern hat zu einem innovativen und patentierten neuen Filter geführt, der mittlerweile weltweit vertrieben wird. Wie war die Resonanz Ihrer Kunden auf den neuen Filter? In welche Länder wurde der FIBALON Polymerfaserfilter mittlerweile verkauft und wie hoch ist die insgesamt verkaufte Stückzahl?

 

FIBALON e.K., Herr Andreas Richter: Zunächst bei Markteinführung verständlicher Weise eher verhalten. Ein neues Unternehmen und ein neues Produkt mit innovativem Lösungsansatz, welches seit Jahrzehnten bekannte und bewährte Filtermaterialien ersetzen soll, wurden zunächst eher skeptisch betrachtet. Es zeigte sich aber schnell, dass sich FIBALON aufgrund seiner Vorteile am Markt durchsetzt. Nach der Erstbestellung von 3 Beuteln, wurde ein Karton mit 10 Beuteln bestellt, danach erfolgen die Bestellungen nur noch palettenweise. Diese Steigerungen und die fast 100%ige Kundenzufriedenheit geben unserem Produkt und unserem Ansatz Recht. FIBALON wird mittlerweile weltweit vertrieben. Neben Staaten in denen man vertreten sein muss (z.B. Frankreich, Italien, Spanien, GB und USA), erfreut sich FIBALON auch in eher exotischeren Ländern, wie der Mongolei, großer Beliebtheit. Hier kommt uns das relativ niedrige Produktgewicht von 350 g je Beutel zu Gute. Von Jahr zu Jahr nimmt die Verkaufsmenge um den Faktor 4 zu. Das zeigt, dass FIBALON am Markt angekommen ist und sich durchgesetzt hat. 

 

Umweltcluster Bayern: Weitere Kooperationspartner im Projekt waren MSP-Poolservice und Schwimmbadbau sowie Reiner & Dirschka GmbH. Wie haben Sie die Produktentwicklung unterstützt und gibt es weitere geplante gemeinsame Projekte? Haben Sie als Partner auch von der Auszeichnung Leuchtturm 2015 profitiert?

 

MSP-Poolservice und Schwimmbadbau, Frau Seiler-Prassek: Wir waren für die Begleitung der Tests, den Testaufbau und die Auswertung der Wasserproben nach dem Projektabschluss mitverantwortlich. Zudem haben die Entwicklungstätigkeiten dazu geführt, dass gemeinsam eine sehr komplexe Testanlage entwickelt werden konnte. Diese dient nun dazu, unterschiedliche Filtermaterialien, Pumpen, Filterkessel etc. bei unterschiedlichsten Parametern im Sommer wie auch im Winter zu testen und wertvolle Ergebnisse und Erkenntnisse zu gewinnen. Die Auszeichnung spiegelt auch unser Fachwissen wider. So differenzieren wir uns von unseren Wettbewerbern, besitzen mit den übrigen Projektteilnehmern kompetente Ansprechpartner und lösen weiterhin gemeinsam komplexe Fragestellungen. Die Auszeichnung hat dazu gedient, unsere Zusammenarbeit innerhalb des Projektes weiter zu festigen und auch neue FuE-Projekte gemeinsam anzugehen.

 

Reiner & Dirschka GmbH, Herr Dirschka: Wir haben uns im Projekt um das Forschungs- und Entwicklungs-, Patent- und Innovationsmanagement gekümmert und mit der Beantragung von Fördermitteln im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) zunächst dafür Sorge getragen, dass ein KMU und eine Hochschule gemeinsam ein kostenintensives Forschungs- und Entwicklungsprogramm überhaupt durchführen können. Oft scheitern aussichtsreiche Projektideen daran, dass die Forschungskosten der Hochschule nicht vom Unternehmen finanziert werden können. Aus dieser finanziell geförderten Kooperation ist FIBALON entstanden und wird in seinen unternehmerischen Tätigkeiten weiter von uns betreut – sei es hinsichtlich diverser Patent- und Markenanmeldungen oder der Akquirierung weiterer Forschungs- und Fördergelder für neue FuE-Projekte in unterschiedlichsten Konstellationen. FIBALON ist auch für uns ein Vorzeigeprojekt, aus welchem aus theoretischen Ideen zu Beginn ein Produkt entwickelt wurde,das nun weltweit zu finden ist. Da die Räder nun auch nicht still stehen, sondern weitere Projekte und Innovationen folgen, freuen wir uns auf weitere gemeinsame und spannende Projekte.

 

Umweltcluster Bayern: Die Entwicklung des FIBALON Polymerfaserfilters wurde durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), einen Innovationsgutschein, die SIGNO-Patentförderung und über das Programm Go International gefördert. Wie war Ihre Erfahrung mit der Beantragung der Förderung? Können Sie die Förderprogramme weiterempfehlen?

 

FIBALON e.K., Herr Andreas Richter: Ich kann diese Förderprogramme nur weiterempfehlen. Gerade für uns als KMU waren diese hilfreich, um überhaupt in diesem großen Umfang und mit diesen hohen Kosten Forschung und Entwicklung betreiben zu können. ZIM war die Eintrittskarte für die Kooperation mit der Hochschule. Go International unterstützte unsere internationale Markteinführung. Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass ich Praktiker bin. Ohne die professionelle und projektbegleitende Unterstützung durch Herrn Dirschka und dessen Fachwissen zur Kombination unterschiedlicher Fördertöpfe zu einem Gesamtbild, wären wir hier chancenlos gewesen.

 

 

Weitere Informationen:

Die Auszeichnung „Umweltcluster Leuchtturm“ zeichnet ein Projekt, ein Produkt, ein Verfahren, eine Anlage, ein Konzept oder eine Entwicklung aus, die bereits erfolgreich umgesetzt wurden und wirtschaftlich arbeiten. Die ausgezeichneten Leuchttürme leisten einen vorbildlichen Beitrag zur Entwicklung der Umwelttechnologie in Bayern und setzen national wie auch international Zeichen. Die Leuchttürme profitieren vom Marketing durch den Umweltcluster Bayern, zum Beispiel auf Messen und Veranstaltungen sowie durch eigens erstellte Werbematerialien und Veröffentlichungen in Fach- und Printmedien.

 

Der Umweltcluster Bayern ist das Netzwerk der bayerischen Umweltwirtschaft und Wissenschaft. Die Arbeit des Netzwerks zielt auf die Stärkung und den Ausbau der Umwelttechnologie in Bayern durch Vernetzung, Information und Verstärkung der Kooperation. Der Umweltcluster Bayern bündelt die bayerischen Kompetenzen in den Bereichen Trinkwasser- und Abwasseraufbereitung, Abfall & Recycling, Alternative Energiegewinnung (insb. Energie aus Abfällen und Biomasse), Luftreinhaltung, Ressourceneffizienz und Stoffstrommanagement. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Webseite: www.umweltcluster.net